Im Jahr 2019 haben mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher die 384 Veranstaltungen im Kurhaus besucht. Das zeigt: Sowohl für die Bürgerinnen und Bürger der Kurstadt als auch für die Gäste von nah und fern ist das Kurhaus ein wichtiger Treff- und Bezugspunkt. Das Kurhaus stellt in Verbindung mit dem Kurhausvorplatz, Kurhausgarten und dem Kurpark das Zentrum der Stadt dar – nicht nur räumlich, sondern auch emotional und gesellschaftlich. Dank seiner nahezu einzigartigen Lage im Stadtkern belebt es die benachbarten Geschäfte, Restaurants und Cafés in der Louisenstraße. Zahlreiche Kongressbesucherinnen und -besucher übernachten zudem in Bad Homburg und tragen so zur Stärkung des Einzelhandels sowie der Hotellerie bei.

Die unterschiedlichen Säle und Salons des Kur- und Kongresszentrums im Mittelteil des Gebäudes bieten insgesamt Platz für mehr als 1.100 Personen. Darüber hinaus befindet sich im westlichen Seitenflügel des Gebäudekomplexes das Kurtheater, eines der größten Gastspieltheater in Deutschland. Der östliche Seitenflügel ist Standort des Maritim Hotels mit 148 Zimmern, Parkrestaurant und Sonnenterasse. Weiterhin sind im Kurhaus die Taunus Sparkasse, die Kurhaus Ladengalerie, drei Gastronomiebetriebe, die Touristeninformation, Büros der Kur- und Kongreß-GmbH, mehrere Dienstwohnungen für jeweils Bühnen- und Hausmeister sowie das Deutsche Äppelwoi Theater untergebracht. Im Untergeschoss des Kurhauses befindet sich die Kurhausgarage mit insgesamt 343 Stellplätzen.

Das beliebteste und meist besuchte Fest ist das Laternenfest: Als eines der schönsten Feste in der Region lockt das viertägige Volksfest jährlich an die 400.000 Besucherinnen und Besucher in die Kurstadt. Das Bad Homburger Laternenfest ist Jahrmarkt und Volksfest zugleich und bietet ein vielfältiges Verkaufs-, Veranstaltungs- und Freizeitangebot für die ganze Familie. Auf der Festmeile, die sich über die gesamte Innenstadt erstreckt – vom Rathaus bis hin zum Festplatz am Heuchelbach – sind etwa 220 Stände und Geschäfte verteilt. Auf den Bühnen am Kurhaus, Waisenhausplatz, Marktplatz und in der Altstadt wird an jedem Festtag ab 19:00 Uhr ein abwechslungsreiches Musikprogramm geboten.

Damit das Kurhaus Bad Homburg auch in Zukunft ein attraktiver Veranstaltungsort bleibt, muss es weiterentwickelt werden. Das Raumangebot bietet nicht ausreichend Flexibilität und seine Ausstattung samt Gebäudetechnik ist nicht mehr zeitgemäß. Eine fehlende akustische Trennung zwischen dem Kongressbereich und dem Theater erschweren die parallele Durchführung von Veranstaltungen. Auch die Ladenpassage ist nur mäßig frequentiert. Der Vorplatz mit dem angrenzenden Bushaltepunkt sowie der rückwärtige Bereich als Entree zu einem der größten und schönsten Kurparks Europas werden den heutigen Ansprüchen nicht mehr gerecht und sollten ebenso erneuert werden. Das Parkhaus ist mit einer Auslastung von rund 90 Prozent das meist frequentierte in Bad Homburg, weist aber aufgrund von Wassereintritten und Beschädigungen des Stahlbetons ebenso erheblichen Sanierungsbedarf auf.

Das Kurhaus soll auch zukünftig den Anforderungen der Besucherinnen und Besuchern gerecht werden und den Kongressstandort Bad Homburg weiter stärken. Mit der Weiterentwicklung des Kurhauses werden gleich mehrere Ziele verfolgt.

  • Flexible Nutzung: Ob Veranstaltungen lokaler Vereine oder mehrtägige Kongresse – mit größeren und flexibleren Räumlichkeiten können die verfügbaren Flächen optimal genutzt und bedarfsgerecht auf Veranstaltungen unterschiedlicher Art und Größe zugeschnitten werden.
  • Modernste Technik: Die Akustik und Gebäudetechnik sollen auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden und so das Besuchererlebnis steigern.
  • Nachhaltiger Betrieb: Ein neues Energiekonzept soll dabei helfen, den Energieverbrauch zu senken und den Betrieb des Kurhauses nachhaltiger zu gestalten.
  • Ein zeitgemäßes Parkhaus: Bauliche Mängel am Parkhaus sollen beseitigt werden. Im Falle eines Neubaus sollen Autofahrerinnen und -fahrer mehr Platz zum Ein- und Ausstieg erhalten.
  • Höhere Aufenthaltsqualität: Ein neugestalteter Vorplatz soll die bisherige visuelle Trennung zur Louisenstraße aufheben und Passanten zum Verweilen einladen.
  • Bedarfsgerechte Mobilität: Der Vorplatz des Kurhauses ist ein hochfrequentierter Umsteigeplatz für den Öffentlichen Personennahverkehr. Die Weitentwicklung des Vorplatzes bietet die Chance, die Verkehrsführung in der Umgebung zu überprüfen und auf zukünftige Bedarfe anzupassen.
  • Attraktiverer Einzelhandel: Die Ladenpassage soll besser in Szene gesetzt werden und so den Einzelhandel beleben.

Das Kurhaus ist gegenwärtig sowohl ein Ort für Sitzungstermine und Kulturveranstaltungen als auch ein über die Stadtgrenzen hinaus dienendes Kongress- und Tagungszentrum. Hierzu zählen auch Hotelräume, wie sie im heutigen Gebäudekomplex mit dem Maritim Hotel an der Ostseite bereits vorhanden sind.

Das Kurhaus wird auch in Zukunft für Kulturveranstaltungen, Sitzungen der Verwaltung, von Parteien und Vereinen sowie für Tagungen, Kongresse und Übernachtungen zur Verfügung stehen. Ziel ist es, den Kongressstandort Bad Homburg zu stärken und den Bürgerinnen und Bürgern Bad Homburgs weiterhin ein vielfältiges Kulturangebot anzubieten. Neben der Hotelnutzung sollen weitere gewerblich genutzte Gebäudeteile entstehen.

Der Prozess zur Zukunft des Kurhauses steht noch am Anfang – bis zu einer Entscheidung für die Sanierung oder den Neubau sind noch einige Planungsschritte zu gehen. Erst wenn bekannt ist, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen, können konkrete Aussagen zum Baustellenablauf getroffen werden. Klar ist hingegen schon jetzt: Sobald diese Informationen vorliegen, wird die Stadt und das Kurhaus mit den betroffenen Anliegerinnen und Anliegern sowie dem Einzelhandel in den Austausch treten. Ziel ist es, die kurzfristigen baubedingten Auswirkungen bestmöglich zu reduzieren und attraktive Ersatzangebote zur Belebung der Innenstadt zu schaffen.

Die Weiterentwicklung des Kurhauses ist eines der größten Projekte der vergangenen 50 Jahre in Bad Homburg. Es sollen alle verfügbaren Optionen geprüft werden, um auf einer breiten Informationsgrundlage eine Entscheidung treffen zu können. Neben einem möglichen Neubau wird daher auch untersucht, welche Möglichkeiten eine Sanierung bieten würde und welche Abstriche bei der Weiterentwicklung des Kurhauses gegebenenfalls in Kauf genommen werden müssten.

Ob das Kurhaus saniert oder neugebaut wird, steht noch nicht fest. Mit dem Realisierungswettbewerb zum Neubau und der parallelen Vergabe eines Sanierungsgutachtens geht die Kur- und Kongreß-GmbH gemeinsam mit der Stadt Bad Homburg einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung des Kurhauses. Die Ergebnisse der Verfahren bilden die zentrale Informationsgrundlage, auf deren Basis die Stadtverordnetenversammlung über einen möglichen Neubau oder eine Sanierung entscheiden kann.

Nein. Mit den Vergabe- und Wettbewerbsverfahren stehen wir am Beginn eines ergebnisoffenen Prozesses. Sowohl die Stadt als auch die Kur- und Kongreß GmbH werden die Wettbewerbsergebnisse und das Sanierungsgutachten detailliert prüfen und sich auf deren Grundlage eine Meinung bilden. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung.

Die Kur- und Kongreß-GmbH ist im Auftrag der Stadt die Ausloberin des Wettbewerbsverfahrens und führt das Vergabeverfahren durch.

Mit der Weiterentwicklung des Kurhauses soll auch seine Umgebung und insbesondere der Vorplatz an Attraktivität und Aufenthaltsqualität gewinnen. Die Entwürfe der Architekturbüros werden daher auch danach bewertet, wie gut sie diese Zielsetzung erfüllen. Auch beim Sanierungsgutachten wird der Vorplatz des Kurhauses mitbetrachtet werden.

Architekturwettbewerbe folgen einem klaren, vorgegebenem Muster: Nach der Ausschreibung finden zwei Vorbereitungstermine statt. Auf der Preisrichtervorbesprechung werden Grundsätze und Inhalte des Wettbewerbs spezifiziert und technische Details bzgl. der Abgabeunterlagen (Maßstab eines Modells; Zahl, Blickwinkel und Maßstab von Bildentwürfen etc.) erörtert. Im anschließenden Kolloquium nehmen Architekturbüros teil und können sich mit Rückfragen an die Ausloberin und das Preisgericht wenden. Während der Bearbeitungszeit erstellen die Architekturbüros ihre Entwürfe und reichen sie fristgerecht ein. Nach einer Vorprüfung tagt das Preisgericht und vergibt nach mehreren Rundgängen, bei denen die Entwürfe anonymisiert aus fachlicher Sicht bewertet werden, Haupt- und Anerkennungspreise. Die Wettbewerbsergebnisse werden im Rahmen einer Ausstellung veröffentlicht. Aus den Hauptpreisen kann die Stadtverordnetenversammlung einen Entwurf auswählen, der weiterverfolgt wird.

Die Jury bewertet die Entwürfe anhand einer Reihe vorab definierter Kriterien. Dabei stehen unter anderem folgende Fragen im Fokus:

  • Fügt sich der Entwurf harmonisch in das Stadtbild ein? Ergibt sich aus der Gestaltung des Kurhauses und dessen Umgebung ein stimmiges Gesamtkonzept?
  • Wie gelungen ist die vorgeschlagene Gestaltung des Kurhauses? Wird sie dem Anspruch des Kurhauses als Aushängeschild im Stadtzentrum gerecht?
  • Kann das vorgesehene Nutzungskonzept mit dem Entwurf umgesetzt werden? Gibt es flexible Grundrisslösungen, mit denen auch auf veränderte Nutzungsanforderungen reagiert werden kann?
  • Werden die angestrebten Einsparungen beim Energieverbrauch erreicht?

Wie teuer wäre die Umsetzung des Entwurfs?

Die Jury setzt sich aus Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichtern zusammen, die eine hohe Expertise in Architektur mitbringen sowie aus Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichtern mit hoher Ortskenntnis. Alle Preisrichterinnen und Preisrichter sind stimmberechtigt. Fünf per Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger werden als zusätzliche Sachverständige an der Preisgerichtssitzung teilnehmen und unterstützen die Jury beratend bei der Entscheidungsfindung.

Die Jury kann mehrere Hauptpreise vergeben, die alle umgesetzt werden können. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet, ob das Kurhaus neugebaut wird und welcher Entwurf in diesem Falle weiterverfolgt wird.

Die Kur- und Kongreß-GmbH und die Stadt Bad Homburg werden die Bürgerinnen und Bürger kontinuierlich über alle Meilensteine der Planung informieren. Zusätzlich zur Auftaktveranstaltung ist eine Ausstellung der eingereichten Entwürfe zum Neubau im Vorfeld der Preisgerichtssitzung vorgesehen. Die Wettbewerbsergebnisse werden im Nachgang der Jurysitzung zwei Wochen lang für die Öffentlichkeit ausgestellt und in einer Broschüre aufbereitet. Auf der Projektwebsite können Interessierte mehr zu den Hintergründen des Verfahrens, der aktuellen Nutzung des Kurhauses und des Kurhausumfeldes und seiner Geschichte erfahren. Neuigkeiten zum Kurhaus und Veranstaltungsankündigungen finden sich zukünftig auch auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Bad Homburg und des KongressCenters.

Das Kurhaus ist das Aushängeschild Bad Homburgs und leistet einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Bad Homburg profitiert von einem attraktiven und wettbewerbsfähigen Kur- und Kongressstandort - die Weiterentwicklung ist eine Investition in die Zukunft des Standortes. Der Handlungsbedarf zeigt sich insbesondere an der sanierungsbedürftigen Tiefgarage. Allein im Jahr 2019 musste die Stadt 200.000 Euro ausgeben, um diese offenhalten zu können.  Eine grundlegende und zeitnahe Erneuerung ist nötig.